Club des Monats – Das Bett in Frankfurt

Das Leben einer Lokalband ist nicht immer einfach: Mal spielt man zu später Stunde vor fünf unzurechnungsfähigen Menschen, mal verweigert der Veranstalter Gage oder technische Unterstützung. Jede Band kennt diese Geschichten, doch keine davon dürfte sich dabei im Frankfurter Club „Das Bett“ abgespielt haben. Nicht nur deshalb wurde die Location von uns zum „Club des Monats“ gekürt. Was diese Location so besonders macht, das erfährst du hier aus der Sicht eines Musikschaffenden:

Der erste Eindruck

Schon der leere Saal machte damals Eindruck auf meine Freunde und mich. Wir hatten zwar auch in anderen Läden in Frankfurt gespielt, eine so große und gleichzeitig stimmungsvolle Location war uns noch nicht untergekommen. Da ist der lange Tresen auf der einen Seite und die geräumige Bühne auf der anderen. Dazwischen die große Tanzfläche. All das im herrlich industriellen Flair der Kommunikationsfabrik. Doch das eigentliche Highlight war für uns Jungspunde der Backstage-Bereich. Abgeschnitten von der Außenwelt konnte man hier zum Träumen verleitet werden. Wieder zurück in der Halle, kamen wir auch wieder in der Realität an: Der Soundcheck stand uns bevor.  

Vor dem Konzert

Wenn es eine Sache gab, die ich damals am Band-Leben hasste, dann waren es die Soundchecks. Zumeist hatte man mit miesgelaunten Tontechnikern zu tun. Die sahen ihre Aufgabe nicht nur darin, die Instrumente abzumischen, sondern auch eine umfassende und vernichtende Kritik an uns Amateure zu richten. Von „Kauft euch neue Instrumente!“ bis zu „Habt ihr schonmal ans Aufhören gedacht?“ war alles dabei. Doch, ihr wisst was jetzt kommt, im Bett war alles anders. Der Mann hinter dem Mischpult steckte uns mit seiner guten Laune und Euphorie an. So war der Soundcheck nicht wie sonst ein Dämpfer vor der Show, sondern er verstärkte die Vorfreude auf den Gig umso mehr. Seit unserem letzten Auftritt wurde im Bett weiter aufgerüstet. Dank der neuen Bühnentechnik hat sich der Sound auf und vor der Bühne endgültig in einen einzigartigen Hörgenuss verwandelt.

Auf der Bühne

Sicher, jede kleine Band kann auf die Unterstützung des Bekanntenkreises bauen. Dass bei unserem Auftritt im Bett aber an die hundert Leute waren, lag an der Popularität der Location. Von Anfang an hatte man sich hier für Newcomer engagiert und gleichzeitig auf ein vielseitiges Programm gesetzt. Von diesem Konzept haben wir an jenem Abend im April profitiert. Das Publikum begrüßte uns mit warmem Applaus und selbst nach dem ersten Song hatte noch niemand die Flucht ergriffen. Die treuen Bett-Besucher nickten zum Indie-Klang, tanzten und jubelten. Spätestens bei der Zugabe fühlten wir uns auf der Bühne vollends zuhause. Das hatten wir den vielen herzlichen und aufgeschlossenen Menschen im Saal zu verdanken. Und auch heute noch hat sich Das Bett den Newcomer-Support auf die Fahnen geschrieben. Das freut nicht nur alle Kunstschaffenden im Rhein-Main-Gebiet, sondern auch das musikverrückte Publikum.

Nach der Show

Kaum war die Anspannung abgefallen, da meldete sich der Körper: Hunger, Durst, Nikotin-Verlangen. Also ging ich backstage und bediente mich am eigens für die Bands aufgebauten Buffet. Das muss man sich mal vorstellen! Na gut, damals gab es lediglich belegte Brötchen. Aber für eine kleine Band vom Lande war das der pure Luxus. Auch hier hat der Club über die Jahre ordentlich aufgerüstet. Mittlerweile bekommt jede Band warmes Catering gestellt. Wer sich hier nicht wie ein echter Star fühlt, dem ist nicht mehr zu helfen. Anschließend ging es in den Biergarten direkt vor der Eingangstür. Hier kann man auch heute noch in unprätentiöser und stimmungsvoller Atmosphäre den Rauch in die Luft pusten und über Musik philosophieren. Auch an der neuen Bar und im neu gestalteten Saal lässt sich der Abend perfekt ausklingen.

Das Bett heute

Schon damals, als wir unseren letzten Auftritt im Bett hatten, war dieser Club allererste Sahne. Und obwohl sich in der Zwischenzeit vieles verändert hat, ist das Grundkonzept gleich geblieben: Hier kannst du die perfekte Mischung aus Bekanntem und Unbekanntem, aus Electropop, Garage-Rock, Metal, Folk und Indie erleben. Egal, ob du dir Acts wie Mothers Finest, Puddle of Mudd, Fehlfarben, Mark Forster oder eine No-Name-Band ansiehst, am Ende des Abends bist du um eine unvergessliche Bettgeschichte reicher. Außerdem bietet der Club immer wieder ganz besondere Aktionen an. Wer beispielsweise das lustigste Foto mit einem Bett-Sticker postet, darf sich über einen Monat Gratis-Eintritt freuen.

Dieses Konzept, gepaart mit dem wunderbaren Flair, macht Das Bett Frankfurt zu einem herausragenden Club – und zu unserem Club des Monats. Wer noch nie da war, sollte dies schnellstmöglich nachholen.