Mousonturm Frankfurt

Standhaft wie eine Festung, offenherzig wie das Moulin Rouge und einfallsreich wie Dalí selbst. Das Künstlerhaus Mousonturm in Frankfurt gilt als erstes Hochhaus der Stadtgeschichte und weiß als Kulturzentrum auch in der Jetztzeit die Massen zu faszinieren. Intendant Matthias Pees und Team pflegen hier eine Oase des Kreativ-Werdens, des politischen Austauschs und der kompromisslosen Feierei. Warum wir die Location zu unserem Club des Monats ernannt haben, erfährst du im Anschluss.

Die Geschichte

Frankfurt, eine Wolkenkratzer-Metropole im Kleinen, blickte in den Golden Twenties zum ersten Mal auf ein eigenes Hochhaus. In 33 m Höhe, für damalige europäische Verhältnisse schwindelerregend hoch, wurden Seifen und Parfüm hergestellt. Denn gebaut und ernannt wurde das Fabrikareal nach dem Unternehmer August Friedrich Mouson, der ab 1798 die gleichnamige Seifen- und Parfümfirma führte. In den Folgejahren sollte die Firma innerhalb Frankfurts umziehen und expandieren, bis sie in den 1920ern schließlich im urbanen Ostend landete. Mit dem Verkauf des Mouson-Unternehmens 1972 wurde der Großteil der Gebäude abgerissen. Der Mousonturm jedoch, der blieb. Und wurde vom 29. Dezember 1988 an zur Spielstätte eines neuen Künstler- und Theaterhauses erklärt.

Das Programm

Die Begriffe Underground, Freie Szene und alternative Bühne landen im Mousonturm in demselben Schmelztiegel mit international bekannten Kulturenthusiasten wie Rimini Protokoll, Sarah Kuttner, Lou Doillon oder Get Well Soon. Tanz, Theater, Performance, Musik, Bildende Künste, Film, Installation und so weiter und so fort. All diese Kunstformen finden ihren Heimathafen im Mousonturm, gerne auch in interdisziplinärer Manier. Das Kulturzentrum bemüht sich um Unterstützung und internationalen Austausch, womit die Polit-Agenda des Hauses klar sein sollte. Absolute Gleichheit aller Menschen, und der aktive Kampf gegen ‚aufmüpfige‘ Gruppen des wiederkehrenden Rechtsrucks. Mit Projekten wie der Frankfurter Erklärung der VIELEN, regelmäßigen Aktionen und der kritischen Wahl ihrer Kooperationspartnerinnen- und -partner beweisen die Betreibenden, wie ernst es ihnen um die soziale Verantwortung ihrer Kulturanstalt ist. Um werdenden Künstlerinnen und Künstlern unter die Arme zu greifen, werden in auf dem Areal Probebühnen, Ateliers, Werkstätten und Künstlerwohnungen zur Verfügung gestellt. 

Das Juwel

Bei einer derart ausschweindendem Programm in kulturellen Angelegenheiten bleibt wenig Raum für Festivitäten. So möchte man meinen – doch hätten wir den Mousonturm nicht zu unserem Club des Monats erklärt, wenn das Haus nicht hin und wieder elektrisierende Partys schmeißen würde. Wie gut es sich in Industrieanlagen feiern lässt, haben diverse Indie-Filme und persönliche Jugenderinnerungen uns schon gelehrt. Neben der rustikalen Location stimmen vor Ort auch die akustischen Bedingungen. Sowohl Sound-Qualität als auch die Auswahl an Live-Acts, die in energetischen Konzerten Leib und Seele der Euphorie des Publikums opfern, sind kaum zu überbieten. Natürlich ist auch hier genretechnisch allerlei geboten.

Wie viel mehr Anreiz brauchst du, in einer ehemaligen Seifenfabrik Kunst zu machen, Fight Club Szenen nachzuspielen und abzufeiern? Wir empfehlen ein aufmerksames Stöbern im Programmkalender des Mousonturms. Dieser liest sich nämlich wie ein Bestseller-Krimi: Du weißt nie, welcher brillant-gefährliche Act an der nächsten Ecke auf dich wartet.