Es gibt Abende, die schon beim Lesen des Programms neugierig machen. Einer davon ist das Music Discovery Project des hr-Sinfonieorchesters, das seit über 18 Jahren jedes Jahr aufs Neue beweist: Musik lebt von Begegnung. Begegnung von Klassik und Pop, von Tradition und Experiment, von Perfektion und Improvisation. Am 29. und 30. Mai 2026 steht das Projekt wieder an. Diesmal unter dem Titel „HandWerk“ und mit der Berliner Folk-Band Mighty Oaks als besonderem Gast.
Ein Labor der Klangwelten
Die myticket Jahrhunderthalle in Frankfurt ist jedes Jahr Schauplatz für ein außergewöhnliches Experiment. Hier treffen sich Musiker und Musikerinnen aus den unterschiedlichsten Genres, um gemeinsam neue Klangwelten zu erschaffen. Dass das Konzept funktioniert, zeigen die stets ausverkauften Hallen und die Begeisterung des Publikums. Über die Jahre hat das Music Discovery Project Künstlerinnen und Künstler wie Alvaro Soler, Mousse T., 2raumwohnung, ClockClock, Milky Chance, Samy Deluxe, Lary, Paul van Dyk oder Lexy & K-Paul auf die Bühne gebracht und sie mit Klassikern von Beethoven bis Schostakowitsch, von Strawinsky bis Steve Reich in Dialog treten lassen.
Dabei entsteht jedes Mal etwas Einmaliges: ein Austausch zwischen musikalischen Welten, die sich sonst selten begegnen. Wer hätte gedacht, dass elektronische Beats mit einem Sinfonieorchester funktionieren? Oder dass Singer-Songwriter-Intimität im großen Hallensound nicht verloren geht, sondern neue Dimensionen gewinnt? Genau diese Überraschung ist das Herzstück des Projekts und macht es seit fast zwei Jahrzehnten zu einem Fixpunkt im Kulturkalender.
Handwerk statt Hochglanz
Das Motto „HandWerk“ könnte in unserer Zeit kaum aktueller sein. Musik wird heute oft am Computer produziert, sauber geschnitten, geglättet, bis kein Makel mehr zu hören ist. Doch gerade das Unperfekte macht den Reiz aus und hier kommen die Mighty Oaks ins Spiel.
Das Trio, bestehend aus Ian Hooper (USA), Claudio Donzelli (Italien) und Craig Saunders (Großbritannien), steht seit der Gründung für ehrliche, handgemachte Musik. Gitarren, Mandoline, Banjo, Bass, Schlagzeug und dreistimmiger Gesang bilden das Fundament ihres Sounds. Statt Perfektion zählt bei ihnen die Emotion: Kleine Schlenker, Ecken und Kanten, die zeigen, dass hier echte Menschen spielen. Ihre Texte kreisen um Natur, Freundschaft und persönliche Erlebnisse. Themen, die genauso universell wie zeitlos sind. Kein Wunder, dass die Band oft mit den Folk-Größen Mumford & Sons verglichen wird.
Von Hamburg nach Berlin und in die Welt
Gegründet haben sich die Mighty Oaks einst in Hamburg, inzwischen ist Berlin ihr Zuhause. Der Durchbruch kam 2013 mit dem Debütalbum „Howl“. Festivalauftritte rund um die Welt, Tourneen durch Europa und Support-Slots für Kings of Leon oder Chvrches folgten. Nach einer Kreativpause fanden sie 2024 wieder zusammen und veröffentlichten „High Times“, ein Album, das bewusst zurück zu ihren Wurzeln ging. In Deutschland kennt man sie spätestens seit Ian Hoopers Auftritt in der TV-Show „Sing meinen Song“ 2021.
Dass die drei Multiinstrumentalisten nun beim Music Discovery Project auftreten, ist kein Zufall. Ihr Folk-Sound lebt von handwerklicher Präzision und gleichzeitig von emotionaler Direktheit, ein ideales Pendant zum orchestralen Glanz des hr-Sinfonieorchesters.
Frank Strobel am Pult
Am Dirigentenpult steht mit Frank Strobel ein Mann, der seit Jahren für die Verbindung von Klassik und Moderne steht. International bekannt für seine Arbeit mit Filmmusik, hat Strobel schon oft bewiesen, dass er orchestrale Wucht mit zeitgenössischen Sounds verweben kann. Gemeinsam mit dem hr-Sinfonieorchester und den Mighty Oaks wird er einen Abend gestalten, der bewusst Kontraste sucht: Intime Folk-Balladen treffen auf sinfonische Klangfülle, fragile Stimmen auf volle Blechbläser, Banjo auf Wagner.
Ein Abend für offene Ohren
Zwei Stunden ohne Pause, zwei Stunden voller Überraschungen: Das Music Discovery Project 2026 verspricht wieder einmal, Grenzen aufzulösen und neue Perspektiven auf Musik zu eröffnen. Wer die Mighty Oaks bislang nur aus intimen Clubshows kennt, wird überrascht sein, wie ihr Sound im großen Orchestergewand klingt. Und wer glaubt, Klassik und Folk hätten wenig gemeinsam, könnte an diesem Abend eines Besseren belehrt werden. Denn genau darum geht es beim Music Discovery Project: zu zeigen, dass Musik nicht trennt, sondern verbindet. Egal ob sie aus einem Notenarchiv des 19. Jahrhunderts stammt oder aus den Händen dreier Musiker, die ihre Songs lieber mit Banjo als mit Sample-Tools erschaffen. Sichere dir jetzt deine Tickets über das ADticket-Portal. Und für mehr spannende Artikel stöbere einfach weiter durch das Insights!




